Großbritannien führt 2028 eine kilometerabhängige Steuer für Elektroautos ein. Die Debatte hat Europa erreicht. Was steckt dahinter – und wie sieht es in Deutschland aus?
E-Auto fahren und dabei Steuern sparen – das war jahrelang ein echtes Argument für die Elektromobilität. Keine Mineralölsteuer, keine KFZ-Steuer, günstigerer Strom. Doch je mehr E-Autos auf den Straßen sind, desto lauter wird die Frage: Wer bezahlt künftig für den Straßenunterhalt? Großbritannien hat eine Antwort gegeben. Deutschland – noch nicht.
Was plant Großbritannien?
Ab dem 1. April 2028 sollen Fahrer rein elektrischer Fahrzeuge und Wasserstoffautos in Großbritannien eine kilometerabhängige Steuer zahlen: rund 3 Pence pro gefahrene Meile – das entspricht etwa 2,2 Cent pro Kilometer.¹
Was das im Alltag bedeutet:
• Bei 15.000 km/Jahr: ca. 330 Euro zusätzliche Steuer pro Jahr
• Bei 25.000 km/Jahr (Vielfahrer): ca. 550 Euro pro Jahr
• Ziel laut britischer Regierung: 1,3 Milliarden Pfund Einnahmen im ersten Jahr, 2,24 Milliarden bis 2030/31
Das Modell heißt offiziell „eVED“ (electric Vehicle Excise Duty) und wird über das bestehende KFZ-Steuer-System abgewickelt. Technisch ist kein GPS-Tracking geplant – die Steuer wird pauschal pro Meile auf Basis des jährlich gemeldeten Kilometerstands erhoben.
CHARGE & CO EINSCHÄTZUNG
Das britische Modell ist pragmatisch: keine aufwendige Telematik, keine Datenschutz-Debatte. Einfach Kilometerstand melden, Steuer zahlen. Ob das für Deutschland ein Vorbild sein kann, ist eine politische Frage. Die technische Lösung wäre jedenfalls handhabbar.
Wie sieht es weltweit aus?
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Land |
Modell |
Höhe |
Ab wann |
|
Großbritannien |
eVED (kilometerabhängig) |
ca. 2,2 Cent/km (3 Pence/Meile) |
01.04.2028 |
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Neuseeland |
Road User Charge |
ca. 7 Cent/km |
bereits seit 2024 |
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Österreich |
Diskussion / kein Beschluss |
— |
offen |
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Deutschland |
Keine geplant |
KFZ-Steuerbefreiung bis 2030 verlängert (06.07.2026) |
nicht geplant |
Quellen: AutoBild 28.07.2026, Auto Motor und Sport 22.07.2026, Carwow 24.07.2026. Stand Juli 2026.
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Der Vergleich zeigt: Deutschland ist aktuell das Land mit der positivsten Haltung gegenüber E-Auto-Besitzern. Die KFZ-Steuerbefreiung wurde erst am 6. Juli 2026 bis 2030 verlängert. Das ist ein klares politisches Signal – zumindest für die nächsten vier Jahre.
Warum wird überhaupt über eine Kilometersteuer diskutiert?
Der Hintergrund ist einfach: Mineralöl- und Energiesteuer sind in vielen Ländern eine der wichtigsten Einnahmequellen für den Staatshaushalt und die Finanzierung von Straßen. In Deutschland betrug die Mineralölsteuer 2025 rund 30 Milliarden Euro. Je mehr E-Autos fahren, desto mehr bricht diese Einnahme weg.
Das ist keine Zukunftsmusik mehr. In Deutschland sind bereits über 2,4 Millionen reine Elektroautos zugelassen² – Tendenz stark steigend. Finanzminister rechnen seit Jahren durch, wie das Steuerloch langfristig gestopft werden kann.
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Die Diskussion ist legitim. Straßen müssen finanziert werden – und es ist gerecht, dass auch E-Auto-Fahrer dazu beitragen. Die Frage ist nur: Wann, wie viel, und in welcher Form? Eine Kilometersteuer wäre ehrlicher als eine pauschale Erhöhung anderer Abgaben. Aber sie muss gut gestaltet sein, damit sie nicht zum Rückschlag für die Elektrowende wird.
Kommt die Kilometersteuer nach Deutschland?
Kurzfristig: nein. Die Bundesregierung hat am 6. Juli 2026 die KFZ-Steuerbefreiung für E-Autos bis 2030 verlängert – das ist ein klares Signal gegen Mehrbelastungen in den nächsten vier Jahren.³
Mittelfristig: offen. Mehrere Parteien haben das Thema auf der Agenda. Die Diskussion wird spätestens ab 2028 politisch lauter, wenn die britische Kilometersteuer in Kraft tritt und erste Erfahrungswerte vorliegen.
Was Experten erwarten:
• Eine reine Kilometersteuer wie in Großbritannien gilt als politisch schwer durchsetzbar in Deutschland
• Wahrscheinlicher ist eine schrittweise Angleichung der Energiesteuer auf Strom für Fahrzwecke
• Eine Nutzerfinanzierung über die Ladeinfrastruktur (Abgabe beim öffentlichen Laden) wird ebenfalls diskutiert
CHARGE & CO EINSCHÄTZUNG
Wer jetzt ein E-Auto kauft, muss keine Kilometersteuer einkalkulieren – jedenfalls nicht vor 2030. Die Steuerbefreiung steht. Was danach kommt, wird die Politik entscheiden. Meine Empfehlung: nicht spekulieren, sondern jetzt von den günstigen Bedingungen profitieren – Förderung, Steuerbefreiung und niedrige Leasingraten werden nicht ewig gelten. Charge & Co begleitet Sie dabei: von der Förderprüfung bis zur fertigen Wallbox.
Was bedeutet das für E-Auto-Besitzer und Kaufinteressenten?
Für alle, die ein E-Auto besitzen oder kaufen wollen, gilt aktuell:
1. Keine zusätzliche Steuer bis 2030: Die Steuerbefreiung ist verlängert. Wer jetzt kauft, profitiert mindestens vier Jahre lang von den aktuellen Konditionen.
2. Förderung mitnehmen: Die Kaufprämie (bis 6.000 Euro) gilt noch, solange das Budget reicht. Nicht warten.
3. Langfristig planen: Ein E-Auto hält 8–10 Jahre. Wer jetzt kauft, fährt auch dann noch günstig, wenn irgendwann eine Steuer kommt – weil die Energiekosten gegenüber dem Verbrenner so niedrig sind, dass ein moderater Steueraufschlag den Vorteil nicht eliminiert.
4. Heimladen bleibt der größte Hebel: Egal was politisch kommt – wer zuhause oder am Arbeitsplatz lädt, zahlt deutlich weniger als an öffentlichen Ladesäulen. Das bleibt so. Charge & Co plant und installiert Ihre Wallbox – bundesweit, förderfähig, unverbindlich.
CHARGE & CO EINSCHÄTZUNG
Mein persönliches Fazit: Die Kilometersteuer-Debatte ist ein reales Thema – aber kein Grund, den E-Auto-Kauf zu verschieben. Im Gegenteil: Die Bedingungen 2026 sind gut wie selten. Günstige Modelle, neue Förderung, Steuerbefreiung, niedrige Leasingraten. Wer wartet, bis die politische Diskussion abgeschlossen ist, wartet möglicherweise sehr lange.
Fazit: Diskussion ja – Panik nein
Die Kilometersteuer kommt in Deutschland nicht vor 2030. Die politische Diskussion darüber ist berechtigt und wird lauter werden. Für Kaufentscheidungen heute ist sie kein relevanter Faktor.
CHARGE & CO EINSCHÄTZUNG
Was ich nicht empfehle: Den Kauf eines E-Autos mit dem Argument verschieben, dass irgendwann eine Steuer kommen könnte. Das ist Spekulation – und keine gute Basis für Entscheidungen.
Was ich empfehle: Jetzt von den aktuellen Konditionen profitieren. Förderung, Steuerbefreiung, günstige Modelle – und eine Wallbox die die laufenden Kosten langfristig niedrig hält, egal was politisch passiert.
Sie planen ein E-Auto und brauchen eine Wallbox? Oder Sie wollen wissen, welche Förderung für Ihre Situation passt? Charge & Co ist Ihr Ansprechpartner für Ladeinfrastruktur – Planung, Installation, Förderantrag und Betrieb. Bundesweit, unverbindlich, aus einer Hand.
Häufige Fragen (FAQ)
Kommt die Kilometersteuer für E-Autos in Deutschland?
Aktuell nicht geplant. Die Bundesregierung hat am 6. Juli 2026 die KFZ-Steuerbefreiung für E-Autos bis 2030 verlängert. Mittelfristig wird das Thema politisch diskutiert, aber ein konkreter Beschluss ist nicht in Sicht.
Was plant Großbritannien genau?
Ab dem 1. April 2028 sollen E-Auto-Fahrer in Großbritannien rund 2,2 Cent pro Kilometer zahlen (3 Pence/Meile). Das Modell heißt eVED und wird über das bestehende KFZ-Steuersystem abgewickelt – ohne GPS-Tracking.
Wie viel würde eine Kilometersteuer kosten?
Nach dem britischen Modell bei 15.000 km/Jahr: ca. 330 Euro zusätzlich pro Jahr. Bei 25.000 km/Jahr: ca. 550 Euro. Ob ein deutsches Modell ähnlich aussehen würde, ist offen.
Lohnt sich ein E-Auto noch, wenn eine Steuer kommt?
Ja. Selbst bei 330 Euro Mehrkosten pro Jahr bleibt ein E-Auto mit Heimladen deutlich günstiger als ein Verbrenner. Der Energiekostenvorteil liegt bei 15.000 km/Jahr rund 1.200–1.500 Euro – ein moderater Steueraufschlag ändert das Bild nicht grundlegend.
Werden Ladestationen besteuert?
Eine Abgabe beim öffentlichen Laden wird diskutiert, ist aber nicht beschlossen. Heimladen über die eigene Wallbox ist davon nicht betroffen.
Quellen
¹ Großbritannien eVED Kilometersteuer: AutoBild, 28.07.2026 (autobild.de); Auto Motor und Sport, 22.07.2026; Carwow, 24.07.2026 (carwow.de).
² E-Auto Zulassungen Deutschland 2,4 Mio.: Kraftfahrtbundesamt (KBA), Stand Januar 2026 – elektroauto-news.net, 23.07.2026.
³ KFZ-Steuerbefreiung E-Autos bis 2030 verlängert: Bundesregierung, 06.07.2026 – bundesregierung.de.
Alle Angaben ohne Gewähr. Steuer- und Förderbedingungen können sich ändern. Dieser Artikel stellt keine Steuer- oder Rechtsberatung dar.