Leasingraten ab 50 Euro im Monat, E-Autos für unter 100 Euro – das klingt verlockend. Aber warum sind die Angebote so günstig? Und was sollten Sie wissen, bevor Sie unterschreiben?
Ich erlebe es gerade täglich in meiner Beratung: Kunden kommen mit ausgedruckten Leasingangeboten, strahlenden Augen und der Frage – „Soeren, ist das wirklich so günstig, oder steckt da was dahinter?“ Die ehrliche Antwort: beides. 2026 ist tatsächlich ein außergewöhnlich günstiger Moment für E-Auto-Leasing. Aber wie immer gilt: Die Rate, die Sie sehen, erzählt nicht die ganze Geschichte.
Als jemand, der täglich Ladeinfrastruktur plant, Förderprogramme durcharbeitet und Betriebskonzepte für Flotten und Privatkunden entwickelt, sehe ich beide Seiten dieser Medaille. Deshalb hier: die nüchterne Analyse – ohne Werbung, ohne Hype, mit meiner persönlichen Einschätzung zu jedem wichtigen Punkt.
Warum E-Auto-Leasing 2026 so günstig ist
Der Markt für gebrauchte Elektroautos hat 2026 seinen Wendepunkt erreicht – und das spüren wir alle. Aus den Rekordjahren 2021 bis 2023 kommen jetzt massenhaft Leasingrückläufer zurück. Das Problem: Der Markt hat nicht genügend Abnehmer. Das Ergebnis: Restwerte fallen drastisch. Manche Modelle verlieren in drei Jahren 45 bis 70 Prozent ihres Neupreises.¹
Für Sie als Leasingnehmer ist das zunächst eine gute Nachricht. Das Restwertrisiko trägt der Leasinggeber. Wenn das Fahrzeug bei Rückgabe weniger wert ist als kalkuliert – Ihr Problem ist das nicht. Genau deshalb kämpfen Leasinggesellschaften jetzt mit niedrigen Raten um Kunden.
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→ Meine Einschätzung als Experte: Niedrige Raten sind kein Zeichen von Qualität, sondern von Marktdruck. Wer jetzt least, profitiert davon. Wer kauft, trägt das Restwertrisiko selbst – und das ist 2026 real und erheblich. |
Günstige Leasingangebote im Juni 2026: Was ist realistisch?
Hier ein Überblick über repräsentative Angebote, die ich für Sie recherchiert und bewertet habe (Stand Juni 2026, Privatleasing, 10.000 km/Jahr, ohne Anzahlung soweit möglich):
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Modell |
Rate ab (mtl.) |
Laufzeit |
Reichweite |
Anzahlung |
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Dacia Spring |
ab 50 € |
48 Monate |
≈220 km |
ohne |
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Citroën ëC3 |
ab 99 € |
48 Monate |
≈320 km |
ohne |
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BYD Dolphin Surf |
ab 124 € |
48 Monate |
≈340 km |
ohne |
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VW ID.3 |
ab 189 € |
36 Monate |
≈430 km |
ohne |
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Tesla Model 3 |
ab 299 € |
36 Monate |
≈513 km |
ohne |
Quelle: Mivodo, GoLeasy, Hersteller-Websites, Stand Juni 2026. Änderungen vorbehalten.
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→ Meine Einschätzung als Experte: Ab 50 Euro ist möglich – aber diese Angebote haben oft hohe Anzahlungen, sehr niedrige Kilometergrenzen (8.000–10.000 km/Jahr) oder kurze Laufzeiten mit hohen Folgekosten. Die monatliche Rate allein ist keine seriöse Vergleichsbasis. Immer den Gesamtpreis über die gesamte Laufzeit berechnen. |
Neue Kaufprämie gilt auch für Leasing: bis zu 6.000 Euro
Das ist die Meldung, die vielen noch nicht bekannt ist: Seit dem 19. Mai 2026 gilt die neue staatliche Kaufprämie ausdrücklich auch für Leasingverträge – gleichwertig zum Kauf.² Wer ein neues E-Auto least (Erstzulassung ab 01.01.2026) und die Einkommensvoraussetzungen erfüllt, kann bis zu 6.000 Euro Zuschuss beantragen.
Die Förderung lässt sich auf zwei Wegen nutzen:
• Als Anzahlung: Der Förderbetrag reduziert die Anzahlung und damit die monatliche Rate direkt.
• Als direkte Auszahlung: Nach Zulassung über das BAFA-Förderportal beantragen.
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→ Meine Einschätzung als Experte: Wer die Förderung beim Leasing einplant, kann die monatliche Rate erheblich senken. Beispiel: Bei 48 Monaten Laufzeit und 4.500 Euro Förderung sinkt die monatliche Belastung um rund 94 Euro. Das verändert die gesamte Wirtschaftlichkeitsrechnung. |
Die drei Fallen beim E-Auto-Leasing – was ich täglich erlebe
Leasing klingt risikolos – ist es aber nicht in allen Punkten. In meiner täglichen Beratung begegnen mir drei Fallen immer wieder:
1. Kilometerabrechnung
Die meisten Verträge haben eine Kilometergrenze. Wer überzieht, zahlt 8 bis 15 Cent pro Mehrkilometer. Bei 5.000 km zu viel jährlich summiert sich das über drei Jahre auf bis zu 2.250 Euro Nachzahlung. Mein Rat: Lieber realistisch kalkulieren und 2.000 km Puffer einbauen.
2. Rückgabezustand
Das Fahrzeug muss bei Rückgabe in einem bestimmten Zustand sein. Kratzer, Dellen oder übermäßiger Verschleiß können zu Nachforderungen führen. Ein unabhängiges Gutachten vor Rückgabe spart oft viel Ärger – und Geld.
3. Vorzeitige Auflösung
Wer den Vertrag vorzeitig beenden möchte – zum Beispiel bei Umzug, Jobwechsel oder veränderten Lebensumständen – zahlt in der Regel eine erhebliche Vorfälligkeitsentschädigung. Leasing ist weniger flexibel, als es auf den ersten Blick scheint.
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→ Meine Einschätzung als Experte: Das Restwertrisiko liegt beim Leasinggeber – das ist gut. Aber das Kilometerrisiko, das Zustandsrisiko und das Auflösungsrisiko liegen beim Leasingnehmer. Wer das ignoriert, erlebt bei Rückgabe oft eine unangenehme Überraschung. |
Leasing oder Kauf: Was rechnet sich wann?
Eine Frage, die mir fast täglich gestellt wird. Meine ehrliche Antwort: Es kommt auf Ihre Situation an. Hier der direkte Vergleich der wichtigsten Kriterien:
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Kriterium |
Leasing |
Kauf |
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Monatliche Belastung |
Niedrig (nur Nutzung) |
Höher (Finanzierung) |
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Restwertrisiko |
Beim Leasinggeber |
Beim Käufer |
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Förderung 2026 |
Ja, bis 6.000 € |
Ja, bis 6.000 € |
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THG-Prämie |
Meist beim Leasinggeber |
Beim Eigentümer |
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Technologierisiko |
Gering (Laufzeit 2–3 Jahre) |
Höher (lange Haltedauer) |
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Steuerlicher Vorteil Gewerbe |
Sehr hoch (0,25%-Regel) |
Hoch (Abschreibung) |
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Flexibilität |
Hoch (neues Modell nach Ablauf) |
Gering (langfristige Bindung) |
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Gesamtkosten über 5 Jahre |
Meist höher |
Meist niedriger |
Quelle: Eigene Auswertung basierend auf ADAC, DAT-Report 2026, Sayedi Autohandel (Mai 2026).
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→ Meine Faustregel: Leasing lohnt sich vor allem für Geschäftskunden (Steuervorteil!), Menschen mit unsicherer Lebenssituation und alle, die alle 3 Jahre das neueste Modell möchten. Kauf lohnt sich bei langen Haltedauern, niedrigen Jahreskilometern und wenn Sie die THG-Prämie selbst behalten möchten. |
5 Fehler, die Sie beim E-Auto-Leasing vermeiden sollten
Aus hunderten Beratungsgesprächen weiß ich: Dieselben Fehler passieren immer wieder. Hier die wichtigsten:
• Nur die monatliche Rate vergleichen: Immer den Gesamtpreis über die Laufzeit berechnen – inklusive Anzahlung, Überführungskosten und potenzieller Mehrkilometer.
• Förderung vergessen: Die neue Kaufprämie gilt auch für Leasing. Bis zu 6.000 Euro – nicht verfallen lassen.
• Kilometergrenze zu eng wählen: Lieber 2.000 km Puffer einplanen als Nachzahlungen riskieren.
• THG-Prämie übersehen: Im Vertrag klären, wer die THG-Quote bekommt. Oft der Leasinggeber – das ist aber verhandelbar und macht 80 bis 130 Euro jährlich aus.
• Wallbox nicht mitplanen: Das Auto ist geleast, die Ladeinfrastruktur fehlt. Wer im Mehrfamilienhaus wohnt, braucht Vorlaufzeit für den Vermieter-Prozess – das dauert Monate. Frühzeitig anfangen.
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→ Der fünfte Punkt wird am häufigsten vergessen. Das E-Auto ist bestellt, aber die Wallbox? Nicht geplant. Bitte starten Sie diesen Prozess parallel zum Leasingabschluss – wir helfen Ihnen dabei gerne unverbindlich. |
Mein Fazit: Lohnt sich E-Auto-Leasing 2026?
Ja – für die richtigen Nutzergruppen. Die Kombination aus historisch niedrigen Leasingraten, der neuen Kaufförderung und gesunkenen Fahrzeugpreisen macht 2026 zu einem außergewöhnlich günstigen Einstiegszeitpunkt in die Elektromobilität.
Was ich empfehle: Leasingrate nie isoliert betrachten. Gesamtkosten über die Laufzeit berechnen, Förderung einplanen, Kilometergrenze realistisch wählen, THG-Quote im Vertrag klären und die Wallbox-Frage vor Vertragsabschluss lösen.
Was ich nicht empfehle: Das billigste Angebot nehmen, ohne die Bedingungen zu lesen. Leasing ist komplexer als es auf den ersten Blick scheint – aber wer es richtig macht, profitiert erheblich.
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Häufige Fragen (FAQ)
Welches Elektroauto ist 2026 am günstigsten zu leasen?
Aktuell sind Dacia Spring (ab ca. 50 €/Monat), Citroën ëC3 (ab ca. 99 €) und BYD Dolphin Surf (ab ca. 124 €) die günstigsten Optionen. Wichtig: Immer den Gesamtpreis inklusive Anzahlung und Kilometerpauschale vergleichen.
Gilt die E-Auto-Förderung 2026 auch für Leasing?
Ja – ausdrücklich. Die neue Kaufprämie (bis 6.000 Euro) gilt für Neuzulassungen ab dem 1. Januar 2026, egal ob Kauf oder Leasing. Antrag über das Förderportal der Förderzentrale Deutschland (foerderzentrale.gov.de).
Was passiert, wenn ich beim Leasing zu viele Kilometer fahre?
Mehrkilometer werden bei Rückgabe nachberechnet – typischerweise 8 bis 15 Cent pro km. Wenigkilometer werden meist zur Hälfte erstattet. Mein Rat: Realistisch kalkulieren und lieber mehr km vereinbaren.
Kann ich die THG-Prämie beim Leasing beantragen?
Das hängt vom Vertrag ab. Oft überträgt der Leasingnehmer die THG-Rechte automatisch an den Leasinggeber. Im Vertrag prüfen und ggf. verhandeln – das kann 80 bis 130 Euro jährlich ausmachen.
Leasing oder Kauf: Was ist besser für Selbstständige?
Für Selbstständige ist Leasing meist vorteilhafter: Die Raten sind vollständig als Betriebsausgabe absetzbar, und die 0,25%-Regelung für E-Autos als Firmenwagen macht E-Auto-Leasing steuerlich besonders attraktiv.
Quellen
¹ Leasingrückläufer und Restwertentwicklung 2026: ElektroQuatsch (10.02.2026), Automobilsalon Bellemann (15.05.2026), ecomento.de (13.04.2026).
² E-Auto-Förderung für Leasing: Bundesumweltministerium (BMUKN), 19.05.2026.
³ Leasingangebote: Mivodo, GoLeasy, Hersteller-Websites, Stand Juni 2026.
⁴ Restwertfallen beim Leasing: Sayedi Autohandel, 04.05.2026.
Alle Angebote und Preisangaben ohne Gewähr. Dieser Artikel stellt keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung dar.